Maria Baur

11
Aug
2009

ink and colored pencils

Last Updated ( Sunday, 25 October 2009 22:09 )

09
Aug
2009

Als Kind dachte sie, alle Menschen würden Musik in Farbe hören, würden einzelne Buchstaben und Zahlen bestimmten Tönen zuordnen. Was es heißt, synästhetisch wahrzunehmen, hat Martina Schories jetzt in ihrer Multimedia-Diplomarbeit an der Hochschule Augsburg dargestellt. Wer sich auf der Diplomausstellung der Fakultät für Gestaltung in ihrem Medienraum bewegt, wird informiert, hört Interviews und sieht Beispielfilme. Ihre Kombination von Motion und Emotion vermittelt sinnlich wenigstens ein bisschen das Phänomen Synästhesie.

Einem Rausch der Farben setzt Marlene Schulz den Betrachter bei ihrer Fotoarbeit „Dada trifft Lomo“ aus. In 27 doppelt belichteten Naturbildern hat sie Kurt Schwitters Gedicht „Anna Blume“ illustriert. Die immer wieder harte Ankunft eines verträumten Kindes in der Realität von Schule und Gesellschaft hat David Scharf in seinem Animationsfilm zauberhaft ins Bild gesetzt.

Timo Deckers „Red Button Boy“ dürfte schon bald fürs iPhone zu haben sein. Der Comic erzählt von dem Jungen, der zu gerne wüsste, warum er den roten Knopf auf seiner Brust nicht drücken sollte - was ihm der liebe Gott verboten hat. In die Welt von Adam und Eva hat Maria Baur hochgeistige philosophische Aussagen konkret übersetzt. So findet sich der „zur Freiheit verurteilte“ (Sartre) Mensch unter lauter Henkersstricken wieder. Heraklit, Luther und Descartes will sie sogar auf T-Shirts unters Volk bringen.

Tom Kohlbauer ist unter die Bauleute gegangen. Nichts weniger als den Weltstaat „Cosomopolis“ will der Designer errichten. Den Bauplan dazu hat er entwickelt, Pässe als Reisetagebücher, einen Personalausweis, der gute Eigenschaften seines Trägers benennt. Alles breitet er im Hochschulschloss aus. Globalisierung ist ein heißes Thema des Prüfungsjahrgangs der Kommunikationsdesigner. Wie am Leitstand einer komplexen Maschine bringt Joseph Buchner spielerisch dem Interessierten die Physik der Kapitalströme nahe. Man kann den Marktpreis regeln, Beschäftigung drosseln oder den Geldfluss in billigere Auslandsproduktion umleiten.

Mit visueller Verwandlung experimentierte Olesia Pantchenko. Drei Models durchliefen den Verfremdungsweg von der Fotografie über immer stärkere Bearbeitung bis zur freien Illustration, ohne die charakteristischen Züge anzutasten.

Geöffnet am Samstag und Sonntag, 1./2. August, jeweils 14-20 Uhr. Der Diplomanach, ein studentisches Projekt, listet alle Arbeiten auf und kostet fünf Euro.

Last Updated ( Tuesday, 11 August 2009 09:34 )

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